COMING HOME.

“ home is not a place . it’s a feeling „

es ist nun circa ein Monat vergangen seit meinem letzen Blogpost und in dieser kurzen Zeit ist viel passiert. Ich hatte einen letzten Stopover in Dubai bevor meine Reise zu Ende ging und ich habe nach knapp einem halben Jahr meine Familie und Freunde wieder gesehen. So viele Erlebnisse, Eindrücke und Emotionen die man nicht eben mal kurz wegsteckt!

Jetzt wo meine Reise zu Ende ist und ich wieder zurück im Alltag bin, habe ich mich ehrlich gesagt eher gedrückt davor einen weiteren Blogpost zu verfassen. Ich mein, liest hier noch jemand was? was soll ich überhaupt schreiben? Es passiert hier ja kaum was und hilfe, war das Leben hier schon immer so langweilig?! Aber je mehr Menschen ich wieder treffe und je mehr Fragen mir gestellt werden, desto mehr begreife ich, dass das alles hier keiner verstehen kann der so etwas nicht selber durchlebt hat ..

Die meistgestellte Frage die letzten Wochen ‚wie war’s?‘ – natürlich kann ich verstehen, dass jeder nun wissen will wie es war, was ich erlebt habe, jeder will Bilder sehen und möchte am liebsten gleich eine ganze Diashow. Aber um ehrlich zu sein habe ich auf die Frage ‚wie war’s?‘ genauso wenig Worte wie für alles momentan. Wie soll ich denn eben mal kurz ein halbes Jahr in Worte fassen? Während ich von anderen nur zu hören bekomme ‚es gibt kaum was Neues‘ gibt es bei mir unfassbar viel Neues. Aber da ich das alles schon durchlebt habe, ist das wiederum auch nicht mehr neu.

Ich bekomme sehr oft zu hören, dass ich mich verändert habe. Ja! Ich merke immer mehr wie sehr ich mich verändert habe, bzw nein, ich bin noch die alte Melli, nur eben haben mich die ganzen Eindrücke und Erlebnisse sehr geprägt und ich habe eine teilweise andere Sichtweise. Ich weiß nicht, ob mir das alles bleibt oder ob es nur zeitlich begrenzt ist, aber mir gefällt wie es ist, auch wenn – glaube ich – viele noch eine Weile brauchen um darauf klar zu kommen.

Wie soll ich meine momentane Welt beschreiben? Hätte mir einer vor der Reise erzählt, dass die Rückkehr das schwerste ist, hätte ich die Person ausgelacht. Zurück in die Heimat kommen, seine Familie und Freunde wieder sehen, sein Bett und Wohnung wieder zu haben, alles erlebte zu berichten und eine tolle Zeit zu haben – so war mein Gedanke an die Rückkehr. Aber ich hätte niemals gedacht, dass es alles andere als leicht wird. Natürlich bin ich wahnsinnig froh meine Leute wieder um mich zu haben aber das Gefühl nicht angekommen zu sein ist seltsam, SEHR seltsam! Jetzt wo ich alle wieder um mich habe und nicht mehr ganz alleine bin, fühl ich mich einsamer als dort?!
Zuvor habe ich viel in diesen ganzen Backpacker Gruppen gelesen über die Zeit nach der Reise und ich habe teilweise mich gefragt, was für verrückte Leute in diesen Gruppen sind. Ich habe mich gefragt, was die alle so sehr gegen Deutschland haben und warum die so sehr übertreiben. Die erste Zeit meiner Reise konnte ich es noch überhaupt nicht verstehen. Klar, ich habe mich schnell an das Leben dort gewöhnt und war zufrieden; aber der Gedanke, dass ich all die Menschen wieder sehen werde die mich erst vor ein paar Wochen so wundervoll verabschiedet haben und einfach nach einer tollen Zeit zurückkehre, war nicht unrealistisch. Doch je mehr Zeit man dort verbringt und je mehr dich jeder neue Tag prägt, desto näher kam der Gedanke daran, dass das alles bald vorbei ist. Vorbei mit der Sonne, dem entspannten lässigen Leben, vorbei mit hundert neuen Leuten am Tag, vorbei mit verrückten Tieren und auch verrückten Menschen kennenlernen, vorbei mit tausend Eindrücken und Erlebnissen, vorbei mit einem Leben an dem man nicht an morgen denkt sondern jede Minute lebt, vorbei mit einem freien Kopf – einfach alles ist dann vorbei. Ab sofort muss man sich sein Zimmer nicht mehr mit vielen anderen teilen und jedes mal hoffen, dass nicht irgendein verrückter reinkommt. Nicht mehr aus einem Backpack leben und die Klamotten anziehen, die man die letzten Monate auch schon angehabt hat. Einfach mal seine Liebsten anrufen, weil es keine Zeitverschiebung mehr gibt und man nicht immer nach gutem Wlan schauen muss. Wenn man etwas zu erzählen hat, einfach die Person besuchen, jemand umarmen und auch mal die Zeit alleine genießen. Alte Bekannte wieder treffen, sein Erlebtes zu teilen und endlich wieder eine saubere Dusche, sein eigenes Bett und in sein eigenes Auto steigen und hinfahren wo man will. Das alles klingt doch eigentlich toll. Aber aufeinmal vermisst man genau die Dinge, bei denen man auf der Reise teilweise an seine Grenzen ging.

Was soll ich denn mit den ganzen Klamotten, wo ist mein Backpack? Wo sind all die neuen Bekanntschaften, meine Leute wissen doch schon alles von mir?! Ich will viel sehen und erleben und nicht an die Orte, in das Cafe oder den Platz an dem ich schon tausend mal war. Eine Jacke anziehen und Gedanken machen um die Kleidung? Wo bleibt meine Shorts, mein Shirt und meine Flip Flops. Sich an Uhrzeiten und Termine halten?!

Was soll ich sagen? es hilft das alles mal niederzuschreiben und dennoch wirkt es noch unrealistischer. Da wo mir anfangs die Worte gefehlt haben, könnte ich nun Stunden weiterschreiben und trotzdem bin ich mir sicher, kann es niemand so richtig verstehen.

Wenn ich zurück blicke; noch vor ein paar Wochen war ich am anderen Ende der Welt, ich war knapp 6 Monate weg und hab so viel erlebt & jetzt bin ich wieder hier als wäre nichts gewesen. Es fühlt sich an wie ein Traum, einfach nicht zu beschreiben!

.. Verrückte Welt – Chaos an Gefühlen !!!

 

Wie unschwer zu erkennen ist, weiß ich momentan nicht so recht, wo es mich hinführt, was sich verändern wird und was die Zukunft so bringt. Daher weiß ich auch nicht ob das mein letzter Blogpost ist oder ob ich weiter berichten soll.

Ich muss auch ehrlich sagen, ich schieb das Thema Blog so vor mich hin. Auf der einen Seite will ich mit der Reise abschließen und wieder ankommen. Aber irgendwo ist es nicht nur ein großer Teil meines Lebens gewesen, der Blog allein war wie mein Baby und da plötzlich das zu beenden ist komisch.

Nun ja – vielleicht bis bald, vielleicht bis irgendwann oder einfach erstmal Danke für’s lesen und miterleben meiner Lücke im Lebenslauf die einfach nur unbeschreiblich war & die ich erstmal verarbeiten muss ..

2 Kommentare

  1. Diese Zeit und Erfahrung kann dir keiner mehr nehmen. Und nehm dein Heim kommen als Zwischenaufenthalt. Die Reise muss ja noch nicht beendet sein 😉

  2. ❤️❤️😘 Es bleibt immer ein Teil in deinem Leben 👍 Und immer von einem Tag zum anderen denken .Was die Zukunft bringt ? Man weiß nie !
    Eins ist sicher wir stehen hinter dir ❤️💪❤️ La Familia

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